Die Geschichte der Schwarzwälder Kuckucksuhr

Die Geschichte der Schwarzwälder Kuckucksuhr hat mit der Region, den Bauern dort und den rauhen Bedingungen für Mensch und Natur zu tun.

Es gibt einige Gründe, warum die original Schwarzwälder Kuckucksuhr zu einem so weltberühmten Produkt geworden ist. Der halbstündliche Kuckucksruf mit dem Kuckuck, der aus dem Türchen hervortritt, ist noch heute das Identifikationsmerkmal der traditionellen Wanduhr aus dem Schwarzwald.

Jedoch spielte auch der Preis der verwendeten Materialien eine entscheidende Rolle: Im 17. Jahrhundert begannen die Schwarzwälder Bauern, die Einkünfte  aus den bescheidenen Ernten durch die Produktion und den Verkauf von Haushaltswaren zu steigern. Das Material der Wahl war Holz, und so hatten die ersten Kuckucksuhren demnach Uhrwerke aus Schwarzwaldholz, dem Baustoff, der in Hülle und Fülle zur Verfügung stand.

Diese mechanischen Holzuhrwerke waren natürlich viel billiger als die damals bereits zum Standard gewordenen Uhrwerke aus Metall. Dies schlug sich im Preis nieder.

Ein Jahrhundertdesign aus Furtwangen

Im Herbst des Jahres 1850 rief Robert Gerwig, der Direktor der Badischen Uhrmacherschule in Furtwangen, zu einem Wettbewerb auf: Es sollte ein modernes Uhrendesign entwickelt werden. (Anmerkung: Diese Badische Uhrmacherschule übrigens, ist die Wiege der Hochschule Furtwangen.)

Eines der siegreichen Designs stammt von Friedrich Eisenlohr. Von Beruf Architekt war Eisenlohr für die meisten Gebäude der badischen Staatsbahn verantwortlich. Eisenlohr fügte der Fassade eines Eisenbahnerhauses ein Zifferblatt hinzu. Der Archetyp der Kuckucksuhr in Form eines kleinen Hauses, das heute noch als Souvenir beliebt ist, war geboren. Auf diese so genannte Bahnhäusleuhr geht also die Kuckucksuhr zurück.

Um 1860 entwickelte sich die Bahnhäusleuhr weiter, und löste sich von ihrer ursprünglich eher strengen grafischen Form. 1862 bot Johann Baptist Beha aus Eisenbach erstmals reich verzierte Kuckucksuhren mit geschnitzten Beinzeigern und Gewichten in Form von Tannenzapfen an. Seitdem ist die Bahnhäusleuhr mit ihren üppigen dreidimensionalen Pflanzen- und Tierschnitzereien als Souvenir aus dem Schwarzwald beliebt. Heute gilt die Kuckucksuhr längst „Wahrzeichen“ des Schwarzwaldes und genießt weltweite Beliebtheit. Es gibt sogar Uhren, die in Hollywood-Filmen und Serien gezeigt werden.

Die ersten Schwarzwälder Kuckucksuhren – Vorgänger der heutigen Bahnhäusleuhren

Wer genau letztlich im Schwarzwald mit dem Bau von Kuckucksuhren begann, ist heute nicht gänzlich erforscht. Die Meinungen der Experten gehen hier auseinander, einige behaupten, der Ursprung liege in Schönwald, andere finden Belege für Neukirch (bei Furtwangen) oder auch Schonach. In Schonach ist jedenfalls heute „das Mekka“ der Schwarzwälder Kuckucksuhr. Als größter und traditionellster Betrieb gilt der Kuckucksuhren Hersteller Anton Schneider.

Die älteste Kuckucksuhr aus dem Schwarzwald von Johannes Wildi (1755-1820), befindet sich heute im Deutschen Uhrenmuseum in Furtwangen.
Im 19. Jahrhundert fand sich das Kuckuckswerk sowohl in lackierten Schilderuhren als auch in Rahmenuhren, bevor die Bahnhäusleuhr alle anderen Formen der Kuckucksuhr innerhalb weniger Jahre vom Markt verdrängte.